Als einziger Vulkan in einem geologisch vielartigem Gebiet, dominiert der Vulture (1326 m) den nördlichen Teil der Basilikata. Die Fruchtbarkeit des Bodens hat seit vorgeschichtlichen Zeiten zu einer dichten Bevölkerung geführt. Die strategiche Lage auf den Verbindungswegen zwischen der Region Kampanien und der adriatischen Küste erklären die grosse Anzahl von Befestigungsanlagen und mittelaterlichen Burgen, die von Friedrich II peinlich reorganisiert wurden, der auf diese Weise sein Reich schützte und Jagdflecken und Freudestellen entlang einer sich bis zur naheliegenden Region Apulien hinziehenden Linie schuf. Aussergewöhnlich sind auch die albanischen Niederlassungen, durch Flüchtlinge, die Ende des 15. Und 16. Jahrhunderts dort ansässig wurden. Sehr bekannt sind die Weinberge, die den Aglianico erzeugen, dem wertsvollen unter den Weinen der Region. Juwelen des Gebietes sind Melfi und Venosa.


Melfi ist das wichtigste Städchen des Gebietes und liegt 530 Metern ü.m.s und war bereits von den Daunen und den Lukaniern bewohnt. Nachdem es unter die Römer fiel, nahm es im Mittelalter an Bedeutung zu, da es sich zwischen der byzantinischen und langobardischen Einflusszone in einer stragegischen Lage befand, und dann an den Grenzen des normannischen und staufischen Herrschaftsgebietes. Im Jahre 1059 wurde Melfi die Hauptstdadt des Herzogtums von Apulien und hier fanden verschiedene und wichtige päpstlichen Konzile fand. Im Jahre 1089, während des dritten Konziles, wurde die erste Kreuzzug vom Papst Urban II aufgerufen. Im Jahre 1231 erliess Friedrich II die Verfassung von Melfi (oder Augustales), durch die er seinen Staat verstärkte, mit der Schaffung einer Bürokratie mit staatlich abhängigen Beamten, die sich konkret den Forderungen der Feudalherren wiedersetzen konnten, und mite der Einführung eines Steuersystemes.
Der Besuch der Stadt wickelt sich zwischen den normannischen Mauern ab, mit der Porta Venosina (ein Ogivalbogen mit zwei zylindrischen Türmen), dem Palazzo del Vescovado (aus dem 11. Jh. Jedoch mit barocken Formen im 18. Jh. Erneuert), der Kathedrale mit barockem Aussehen und dem ursprünglischem Glockenturm; innen mit einem Fresko des 13. Jh. Mit der Abbildung der Madonna mit Kind und Engeln. Über dem Wohnviertel thront die gut erhaltene Burg mit zehn Türmen, Festungsgraben und Zugbrücke aus Mauerwerk. Seit 1976 ist in ihm das National-archäologisches Museum des Vulture Melfese Gebietes eingerichtet, mit in der Gegend gegundenen Materialen, die aus vorgeschichtlichen daunischen, sannitischen, lukanischen und römischen Niederlassungen stammen. Der Sarkophag von Rapolla ist das bekannteste Fundstück, ein wertvolles Zeugnis der Bildhauer Kunst der kaiserlichen römischen Epoche (2. Jh.), das 1856 entdeckt wurde. Dort befinden sich ebenfalls Sammlungen aus der archaischen Epoche (7.-6. Jh. v. Chr.) mit männlichen und weiblichen Grabausstattungen, wie z. B. Anhänger aus Bernstein. Die Funde im hellenischen Stil stammen aus dem 5. Jh. v. Chr. (rote Keramikfiguren, Spangen und eine prinzliche Aussteuer). Aus dem 5.-3. Jh. v. Chr. Stammen sannitiche Fundstücke aus Elfenbein und Knochen, ausserdem liegen Beispiele der Töpferkunst von Canosa und kleine Figuren mit weiblichen Gesichtern.


Nach dem Museum fährt man weiter nach Venosa für den Besuch eines Weingutes, wo man mehr über den besten Wein der Gegend, den Aglianico, erfahren und natürlich verkosten kann. Danach eine Mittagspause und dann geht man weiter mit Venosa. Auf dem Grund eines vorgeschichtlichen See gelegen, hat Venosa (415 Metern ü.m.s.) eine lange Geschichte zu erzählen: die Sanniter organisierten den Ort wie einen Stadtstaat; die Römer besetzten 291 Venosa und, um den Widerstandswillen der Bevölkerung zu brechen, verwandelten sie den Ort in einer Kolonie und überführten dorthin 20.000 Menschen. In jener Epoche wuchs die Bedeutung star an, da sich der ORt auf der Strecke der Via Appia (Appia Weg) befand, die Kampanien mit Apulien verbindet. Hier wurde der Dichter Hotaz im Jahre 65. V. Chr. Geboren. In den ersten Jahrhunderten nach der Zeitwende siedelte sich eine starkische jüdische Gemeinschaft an, die sich in einem eigenen Ortsviertel niederliess. Als Trajan die Via Appia höher verlegte, erfuhr Venosa einen Niedergang, auch wegen der Einfälle der Barbaren.
Mit den Normannen erhielt der Ort m Jahre 1042 eine neue Aufgabe als Teil der Befestigungen zur Verteitugungs des Gebietes, besonders unter Friedrich II, der den Ort als Kronenbesitz ausrief. Auf die Familie Orsini übertragen, ging der Ort 1443 von Donata Orsini als Mitgift an Pirro del Balzo über, der ein Schloss und eine Kathedrale errichten liess. Im 16. Jh. verwandelten die Gesualdo, Fürsten von Venosa, mit ihrem Hof die Residenz in ein glänzendes Zentrum geistiger und künstlicher Veranstaltungen. Der Fürst von Venosa Carlo Don Gesualdo (1560-1613), obwohl eine umstrittene Persönlickeit hatte, war auch ein hervorragender Musiker, under den besten seiner Zeit.
Der Besuch geht weiter mit der Burg, die an Stelle der früheren Kathedrale im Jahre 1470 errichtet wurde. In ihm werden die Gemeindebibliothek und das National-Archäologiches Museum beherbergt. Dieses enthält aus der vorgeschichtlichen bis zur Normannenzeit: Keramik- und Münzenkollektionen, Fundstücke aus Gräbern, Mosaikarbeiten, Wandmalereien.
Auf Veranlassung von Pirro del Balzo wurde auch die neue Kathedrale von Sant’Andrea unter Wervendung antiker Baustoffe zwischen 1470 und 1502 errichtet. In der Nähe ist auch die Casa di Orazio (Horatios Wohnung) zu sehen, ein römisches halbkreisförmiges Gabäude, das eher einer römischen Therme änhelt. Dem leteinischer Dichter wurde 1898 eine Bronzestatue errichtet.
Grössere Beweisstücke der römischen Blütezeit sind im Archeologischen Park zu bewundern. Dieser erstreckt sich ausserhalb des Wohnortes um die Abbazia della Trinità (Abtei der Dreifaltigkeit) und enthält ein Amphiteather, die Thermen, ein Has aus dem 2. Jh. v. Chr., ein Wohnkomplex und die Überreste eines Frühchristlichen religiösen Zwentrums mit der ersten Kathedrale. In der Umgebung liegen auch die jüdischen und christlichen Katakomben. Das hervorstehendste Denkmal ist jedenfalls die Abbazia della Trinit, die bereits in frühchristlicher Epoche an der Stelle eines heidnischen Tempels errichtet und später durch die Benediktiner erweitert wurde. Die Chiesa Vecchia (Alte Kirche) war als Grabdenkmal der normannischen Familie Hautville gedacht und hier sind Gräber von Robert Le Guichard, Drogone und Umfredo zu sehen. Im 11. Jh. fing an die Erweiterung der Chiesa Vecchia aber das blieb unfertig und wird mit Namen Incompiuta (Unvollkommen) genannt. Es verbleiben eindrucksvollen Ruinen, wo die Atmosphäre surreal ist und die Zeit stehen geblieben ist.